Schreiben Sie selbst, was Sie vom Stellenabbau beim Tages-Anzeiger halten!
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| Tagi vom 11. Juni: zwei Berichtigungen im ersten Bund (darunter eine Verwechslung zwischen SVP- und SP-Politikern - kann vorkommen,ist im Grunde ja auch das selbe, oder?) und eine Berichtigung im zweiten Bund. Dort hatte man ein falsches Bild zu einem Unfall-Bericht gestellt. Eigentlich auch keine grosse Sache; kaputte Autos sind kaputte Autos, und sie schauen irgendwie immer gleich aus.
So sieht also die Qualitätssteigerung durch Personalabbau aus. Daraus muss ich schliessen, dass die alte, grössere Redaktion dermassen viele Fehler gemacht haben muss, dass man sich nicht getraute, sie in der Zeitung zu korrigieren und man nur in absolut unumgänglichen Fällen Berichtigungen veröffentlichte. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, jemals eine derarige Häufung von Korrekturen in einer einzigen Ausgabe des Tagi gesehen zu haben - und dies, obwohl die Zeitung früher viel umfangreicher war. Jetzt aber ist endlich Schluss mit dem Verheimlichen von Fehlleistungen. Weniger Personal macht weniger Fehler und der Tagi leistet sich endlich jene Transparenz, die man von ihm erwarten darf. Ein paar Fehler pro Ausgabe werden die Leser bestimmt klaglos hinnehmen. Und falls nicht, kann man den Personalbestand immer noch auf Null reduzieren. Das heisse dann nämlich auch garantiert null Fehler in der Zeitung. Bald-nicht-mehr-Leser, Sat 06/13/09 11:52AM |
| Jetzt hat das Unrechtbewusstsein, das der Tagi immer bei anderen angeprangert hat, auch ihn selbst erreicht. Wenn ich ein Chäsblatt lesen will, dann hole ich mir 20 Minuten. Mein Mann und ich sind seit über 40 Jahren Abonnenten, aber wer weiss, wie lange noch....... Elfi Billeter, Sun 06/14/09 10:48AM |
| ich protestiere in aller form gegen die zahlreichen entlassungen beim tages-anzeiger. es mutet vor dem hintergrund riesiger millionengewinne der verlagsbesitzer geradezu zynisch an, leute auf die strasse zu stellen, ohne auch nur im geringsten auf die persönlichen umstände der betroffenen rücksicht zu nehmen. so schwierig das derzeitige wirtschaftliche umfeld auch sein mag - ein solches vorgehen ist verantwortungslos.
ich habe als langjähriger freier mitarbeiter des tagis erlebt, wie die honorarbudgets mit jedem jahr immer weiter abgesunken sind, auf ein niveau, das eine weitere zusammenarbeit für mich als familienvater verunmöglicht. dass jetzt auch noch die fest angestellten redaktorinnen und redaktoren einer ausschliesslich auf profit-maximierung ausgelegten ausrichtung geopfert werden, ist schlicht beschämend. urs fitze, Tue 06/16/09 7:39PM |
| Leider sind die Email Adressen der Tamedia- Geschäftsleitung nicht erreichbar. Deshalb hier mein Text:
Sehr geehrte Herren (Damen gibts wohl keine?) Gesellschaftliche Umbrüche und wirtschaftliche Zwänge rechtfertigen die ausgesprochenen Kündigungen keinesfalls. Seit 30 Jahren ist der Tagi mein Leibblatt - und zwar wegen seiner journalistischen Qualität, Kompetenz und Ausrichtung. Tamedia ist es bisher immer gelungen, ein erfolgreiches (und rentables) Medienunternehmen zu sein. Weshalb ist bezüglich Qualitätsjournalismus keine selbstbewusste Strategie zu erkennen? Infotainment à la 20 Minuten oder Berlusconi gibt's genug, Agenturmeldungen bringen alle. Weshalb soll ich also den Tagi kaufen, wenn die übriggebliebenen Journalisten knapp recherchierte, halbgare Artikel im Akkord liefern müssen? Von einer Qualitätszeitung erwarte ich mehr. Und bezahle auch gerne einen angemessenen Preis. Abgesehen davon: Kritischen, gesellschaftlich und wirtschaftlich relevanten Journalismus kann nur bringen, wer selber auch einigermassen moralisch handelt. Freundliche Grüsse Martin Keller Martin Keller, Tue 06/16/09 9:04PM |
| dass in der Schweiz Betriebe mit ihren Mitarbeitern manchmal etwas ruppig umgehen, ist mir bekannt, dass aber eine sozial kritisch berichtende Tageszeitung derart riguros, selbstherrlich und unsozial mit ihren Angestellten umgeht ist skandalös und mir unbegreiflich. Peinlich für die Schweiz. Martin Scheu, Tue 06/16/09 9:20PM |
| Dass die Entlassenen nun von der Chefredaktion als Unfähig und der Abbau als sozialverträglich deklariert wird ist die absolute Lüge!
Es ist höchste Zeit für einen Streick der zahlenden Leserschaft, der Inserenten und den Angestellten. Sonst bewegt sich nichts, denn die Tamediarennleitung spielt Mikado. Der Erste der sich bewegt, hat verloren! Florian73, Tue 06/16/09 10:47PM |
| Mein Mail an den Tagi:
Sehr geehrte Herren ich protestiere als Leser und Kulturschaffender gegen den Kahlschlag in ihrer Redaktion, mit welchem Sie offenbar über 50 Leute entlassen. Sparen Sie doch zuerst an Immobilien und Einrichtungen, bevor es an die Substanz einer Zeitung geht! Für mich als Aarauer lohnt es sich nur, den Tagi neben der AZ zu halten, wenn dieser sich qualitativ wirklich abhebt. Diese Qualität hat in den letzten 9 Monaten bereits spürbar abgenommen, und für die Zukunft (ohne die z.T. wirklich tollen JournalistInnen, die sie entlassen haben) befürchte ich schlimmeres. mit freundlichen Lesergrüssen Peter Kuntner Peter Kuntner, Wed 06/17/09 7:45AM |
| Bitte zahlreich erscheinen: Podiumsdiskussion aus aktuellem Ablass im Theater Neumarkt, am Montag, 22. Juni, 20.30 Uhr.
Thema: Abbau der Kulturberichterstattung in den Zürcher Medien Diskussionsteilnehmer: Niels Ewerbeck (Leitung Theaterhaus Gessnerallee) Jean-Pierre Hoby (Leitung Kulturabteilung Stadt Zürich) Markus Spillmann (Chefredaktor NZZ) Res Strehle (Chefredaktor Tages-Anzeiger) Moderation: Isabelle Jacobi (Radio DRS, Produzentin "Echo der Zeit") Bettina Gasser Good, Wed 06/17/09 9:00AM |
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Ein höchst interessanter Einblick in die Unternehmenskultur des «Tages-Anzeigers» - da erübrigt sich an sich jeder Kommentar. Yolande, Wed 06/17/09 12:40PM |
| Ich sehe auf der Liste der "Betroffenen" fast sämtliche Ausland-Korrespondenten, deren Texte ich in den letzten Jahren immer gerne gelesen habe. Wenn diese alle entlassen werden - wer schreibt dann noch im Ausland-Teil? Einige schlecht bezahlte Volontäre und Redaktoren, die in Zürich vor dem PC sitzen? Qualitätszeitung ade. Raffael, Wed 06/17/09 1:39PM |
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