Wir wollen keinen Dreivierteltagi!

Hier gehts zum Video der Unterstützungskundgebung vom 1. Juli 2009

Ende Mai 2009 haben über fünfzig, grossenteils hochqualifizierte Journalistinnen und Journalisten des Tages-Anzeigers, also rund ein Viertel der Redaktion, die Kündigung erhalten. Dazu kommt eine noch unbekannte Zahl freischaffender Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihre Aufträge verlieren. In der Druckerei werden sieben Stellen weggespart. Die Verlagsleitung behauptet, mit dieser «Dreiviertelredaktion» eine bessere Zeitung produzieren zu wollen.

Begründet werden die Entlassungen mit «wirtschaftlicher Notwendigkeit» und einer «Neuorganisation der Redaktion». Tatsache ist, dass das Unternehmen Tamedia im vergangenen Jahr 105,8 Millionen Gewinn geschrieben hat, dass rund 32 Millionen Franken Dividenden an die Aktionäre ausbezahlt wurden. Vor wenigen Wochen erst investierte Tamedia 226 Millionen Franken in die Übernahme des Westschweizer Medienunternehmens Edipresse. Ein Neubau des japanischen Stararchitekten Shigeru Ban soll den Gewinn, der durch 116 Jahre Tagi-Geschichte erwirtschaftet wurde, weitum sichtbar machen.

Um der Leserschaft eine Möglichkeit zu geben, gegen die Massenenlassung beim «Tages-Anzeiger» zu protestieren, wurde eine Unterschriftensammlung lanciert. Mit dem Abschluss der Sozialplanverhandlungen verpflichteten sich die Vertretungen der Arbeitnehmenden, die Petition nicht weiter zu führen. Es werden also keine neuen Unterschriften mehr angenommen. Nichts desto Trotz wird der drastische Personalabbau beim «Tages-Anzeiger» umgesetzt.

Die Qualität journalistischer Arbeit hat nicht bloss mit Verkäuflichkeit, sondern auch mit Engagement, mit dem Wissen und der Sorge um die Gesellschaft zu tun, in der wir leben. Demokratische Gesellschaften brauchen journalistische Qualität. Journalistische Qualität braucht redaktionelle Freiheit und anständige Arbeits- und Anstellungsbedingungen der Medienschaffenden.

  • ZUR LISTE DER UNTERSCHRIFTEN
    Mit dem Abschluss der Sozialplanverhandlungen verzichten wir auf die Weiterführung der Unterschriftensammlung. Es werden keine neuen Unterschriften mehr freigeschaltet.
  • SCHICKEN SIE EIN MAIL an die Verlagsleitung und Chefredaktion des «Tages-Anzeigers». Schreiben Sie den Verantwortlichen persönlich, was Sie vom Stellenabbau beim «Tages-Anzeiger» halten oder kopieren Sie den Text des hier gespeicherten Briefs in das Textfeld. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

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